Seite drucken | Fenster schliessen
Bundesamt für Sport BASPO
  • Teilen:
  • Facebook Externe Seite. Inhalt wird in neuem Fenster geöffnet.
  • Twitter Externe Seite. Inhalt wird in neuem Fenster geöffnet.
  • Schliessen

Sport verbindet

Ein Überblick über die Wirkungen und Möglichkeiten des Sports in der Gesellschaft. Die Rolle und die Aufgaben des Bundesamts für Sport BASPO, gehalten an der Sitzung des Personalverbands Bund, Sektion Finanzen.

09.03.2009 | Matthias Remund

Sehr geehrte Damen und Herren, werte Sportsfreunde

«Werte Sportsfreunde» - diese Begrüssung haben sie vielleicht auch schon beim Beginn einer Sportsendung im Fernsehen gehört. Der Moderator oder die Moderatorin betrachtet sie gleich als «Freunde». Das zeigt doch schon auf, dass Sport auf freundschaftliche Art verbindet. Man gehört dazu, sei es nun als Sportkonsument am Fernsehen oder - was in Bezug auf die Gesundheit viel vorteilhafter ist - als Mitglied der aktiv Sporttreibenden.
Die Leistungsfähigkeit des Sports in all seinen Facetten ist einzigartig. Er bewegt und elektrisiert die Massen. Er verbindet Menschen unterschiedlicher Kulturen über alle Kontinente hinweg. Und was machen wir am BASPO, dem Bundesamt für Sport, in Magglingen?
Gemäss dem aus der Bundesverfassung abgeleiteten gesetzlichen Auftrag fördert das BASPO den Sport und die Bewegung in der Schweiz und deren positive, nützliche und notwendige Rolle in der Gesellschaft. Es ist Dienstleistungs-, Ausbildungs- und Trainingszentrum für den Schweizer Sport und sportwissenschaftliches Kompetenzzentrum. Ausserdem schafft es die optimalen Voraussetzungen für die Sportanlagen von nationaler Bedeutung.

Sie sehen anhand der grafischen Darstellung der vier strategischen Felder unseres Wirkens die Vielfalt der Aufgaben, die das BASPO bewältigt.

Der Sport zählt in der Schweiz zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten. Er macht aber nicht nur Spass, er fördert auch die Gesundheit. Es ist nämlich bei weitem nicht so, dass der Bewegungsmangel in der Schweiz kein Thema ist.

Untersuchungen zeigen gravierende volkswirtschaftliche Konsequenzen. So verursacht der Bewegungsmangel in der Schweiz jährlich schätzungsweise

  • 2,1 Millionen Erkrankungen
  • direkte Behandlungskosten von 2,4 Milliarden Franken -
  • 2900 vorzeitige Todesfälle

Im Vergleich dazu hat im Jahr 2007 der Strassenverkehr fast achtmal weniger Tote, nämlich 384, gefordert.

Wie sieht es denn effektiv mit dem Bewegungsmangel in der Schweiz aus?

Nachdem im Jahr 2000 erstmals 2000 Leute zu ihrem Sportverhalten befragt worden waren, hat das BASPO die Folgestudie "Sport Schweiz 2008" in Auftrag gegeben. Dabei wurden über 11000 Leute im Alter von 15 bis 74 Jahren befragt.

Die Studie ergab, dass generell mehr Menschen in der Schweiz regelmässig Sport treiben. Im Jahr 2000 waren 36 Prozent der Befragten insgesamt drei und mehr Stunden pro Woche sportlich aktiv. Nun sind es bereits 40 Prozent. In absoluten Zahlen sind das 200000 Menschen mehr, die regelmässig Sport treiben. Das ist erfreulich. Eher unerfreulich ist dagegen, dass 27 Prozent angeben, nie Sport zu treiben.

Zum positiven Resultat, dass immer mehr Leute regelmässig Sport treiben, haben in erster Linie die Frauen zwischen 30 und 60 Jahren, sowie älteren Leute im Lande beigetragen. Die beliebteste Sportart bei Schweizerinnen und Schweizern ist Radfahren. Dann folgt schon Walking und Wandern. An dritter Stelle figuriert Schwimmen, das knapp vor dem Skifahren liegt, sowie Jogging. 98 Prozent der Befragten glauben, dass der Sport einen positiven Beitrag an die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen leistet. Eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung vertritt die Meinung, dass der Sport mindestens im bisherigen Rahmen gefördert werden, oder die Förderung sogar ausgebaut werden soll.
Nun fragen Sie sich sicher, was es bringt, wenn die Führungskräfte oder die Angestellten eines Amts oder Unternehmens Sport treiben?
Sind es Zeitverlust?, weniger Präsenz am Arbeitsplatz?, oder gar Verletzungen und Arbeitsausfall? Sicher nicht! Forschungsergebnisse zeigen eindrücklich, dass regelmässiger Sport und Bewegung sich positiv auf die körperliche und psychische Befindlichkeit auswirken.
Beim Erwachsenen reicht im Tag eine halbe Stunde körperliche Aktivität aus, um die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit zu verbessern. Also körperlich und mental fit zu bleiben.
Sport und Bewegung haben auch ein grosses Potenzial für die gesellschaftliche Entwicklung. Der Sport in der Schweiz integriert mit 22500 Vereinen über zwei Millionen Menschen. Das ist mehr als jede Freiwilligenorganisation.

Der Sport spricht eine eigene Sprache. Er bringt Menschen verschiedenen Alters, Bildung und Kulturen zusammen. So schafft der Sport auch einen sozialen Mehrwert - und dies auch in einem Amt oder Unternehmen.

Die Auswirkungen des Sporttreibens auf die Arbeit sind bekannt:

  • Die Motivation steigt
  • Die Arbeitszufriedenheit nimmt auf allen Stufen zu und die Fluktuation nimmt ab
  • Die Arbeitsqualität wird generell gesteigert
  • Es gibt weniger Fehlzeiten
  • Das Betriebsklima wird angenehmer

Und so kann mit betrieblicher Gesundheitsförderung, die auch auf Sport und Bewegung setzt, Geld gespart werden.

Der Sport bietet aber noch mehr: Er stellt den Mitarbeitenden Instrumente zur Verfügung. Der Sporttreibende lernt diese beim Sport kennen und kann sie - oft geht das von selbst - bei der Arbeit umsetzen.

  • Training: Wenn sich ein Sportler auf einen Anlass vorbereitet, lernt er das Handwerk und trainiert, sei dies beim Tennis, Tanzen oder Radfahren. Auch bei der Arbeit braucht vieles eine gezielte Ausbildung, Übung und Erfahrung
  • Team: Werte wie Fairplay und Respekt gelten im Spiel wie im Unternehmen.
  • Fokus: Jemand der Yoga macht, konzentriert und fokussiert sich total auf sich selber. Auch im Unternehmen unterstützen Konzentration und Fokussierung ein effizientes Arbeiten.
  • Analyse: Warum ist die Turnübung gelungen?, weshalb war das Langlaufen heute harzig? Mit Belastung und Druck, mit Siegen und Niederlagen muss der Sportler lernen zu leben. Ebenso der Mitarbeiter im Betrieb. Sich selber kennen, sich in Extremsituationen richtig verhalten, sind das A und O - im Sport und bei der Arbeit.
  • Visualisieren+Antizipieren: Sie alle kennen das Bild des Skifahrers, der vor dem Start die Piste mit geschlossenen Augen in seinem Kopf noch einmal abfährt. Er bereitet sich mental auf die bevorstehende Aufgabe vor. Und wenn der Sportler visualisiert, dann kann er auch antizipieren.
    Auch Sie, meine Damen und Herren, könnten davon profitieren, wenn Sie sich nämlich vor einer Sitzung vorstellen, was Sie wann sagen, wie Sie agieren und wie Sie erfolgreich aus der Sitzung herauskommen. Und wenn Sie sich auch vorstellen, wie sich ihr Gegenüber verhält, können Sie antizipieren und mit entsprechender Reaktion den Wind aus den Segeln nehmen.

Sie sehen, genug Gründe, um sich für konkrete Massnahmen zur Sportförderung zu entscheiden.

Wie sieht die Sportförderung am BASPO aus:

Allgemeine Sportförderung:

Aus- und Weiterbildung

  • Jugend+Sport
  • Erwachsenensportleiterinnen und -leiter

Zusammenarbeit mit

  • Gemeinden und Kantonen
  • Vereinen und Verbänden

Aber diese Massnahmen genügen nicht. Es braucht auch die Unternehmen und Betriebe, die ihre Mitarbeitenden zum Sport bewegen.

Dabei sind punktuelle Massnahmen für betriebliche Gesundheitsförderung nur das eine. Was es braucht, ist ein umsichtiger Führungsstil, der ökonomische, ökologische und soziale Kriterien berücksichtigt und somit das Unternehmen zu einem nachhaltigen Erfolg führen kann.
Gefragt sind gesundheitsfördernde Strukturen auf strategischer und operativer Ebene.

Ich nenne Ihnen nun zwei Beispiele von Betrieben, die eine Sportförderung betreiben, die mich überzeugt:

  • Swisscom Games: Jedes Jahr mobilisiert die Swisscom Tausende von Mitarbeitern. Es finden in den Regionen laufend Wettkämpfe in diversen Sportarten statt.
    Das Ziel: Teilnahme am grossen Finaltag. Dabei werden sogenannte 'Move-Coaches' bestimmt. Diese Mitarbeitenden beraten und führen das Team sowie die einzelnen Mitglieder. Bewegung und Teamgeist stehen im Zentrum. Eine enorme Dynamik ist spürbar.
  • Postfinance: Hier macht inzwischen jeder 6. von 3000 Mitarbeitern bei der 'bike-to-work-Aktion' mit. Zudem bietet der Betrieb Vergünstigungen für die Mitgliedschaft bei einem Fitnessclub an. Regelmässig informiert der Betrieb über aktuelle Sportförderungsmassnahmen in einem Newsletter. Dieser ist inzwischen von über 500 Mitarbeitenden bestellt.

Was für Massnahmen gibt es bei Ihnen, im Finanzdepartement? (Einbezug der Zuhörer)

Und last but not least beginnt die Motivation der Mitarbeitenden zum Sporttreiben bei der Führung. Es braucht Führungskräfte, die vorleben und zeigen, dass sie dank dem Sport fokussiert, ausdauernd und belastbar sind. Führungskräfte, die sich für Freizeitaktivitäten ihrer Mitarbeitenden in Vereinen und Sportclubs interessieren und für die oft ehrenamtlich ausgeführten Ämter Verständnis zeigen.

Ich selber profitiere immer wieder vom Sport. Ich versuche möglichst täglich Sport zu treiben, sei es allein, zusammen mit der Familie oder mit Arbeitskollegen.
Meine Arbeit profitiert davon, und dies nicht nur deshalb, weil ich am Bundesamt für Sport arbeite. Ich habe es selbst erlebt, und ich bin überzeugt, dass ein Grossteil der sporttreibenden Manager dieselbe Erfahrung gemacht hat: der Sport ist nicht eine zusätzliche Belastung zu einem 15-Stunden-Job, sondern wirkt im Gegenteil ausgleichend und entspannend.

Eine gesunde Bevölkerung ist das Kapital unserer Gesellschaft, gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das Kapital eines Unternehmens.
Wir alle können unseren Beitrag dazu leisten. Wenn wir gemeinsam die Verantwortung für die Förderung des Sports wahrnehmen, dann leistet der Sport wiederum einen unverzichtbaren Beitrag für die Bereiche Gesundheit, Bildung, Integration, Wirtschaft und nationaler Zusammenhalt.

Im Moment laufen die Eishockey-Playoffs, am 24. April beginnt die Eishockey-Weltmeisterschaft in Bern und Kloten. Jugendliche und Erwachsene fiebern mit, die Kinder spielen Hockey auf der Strasse, sammeln Panini-Bildchen.

Sport bringt Menschen zusammen, - Alter, Herkunft, Bildung - spielen keine Rolle. Sport verbindet - über alle Grenzen hinweg.

Tags: Rede
Zuletzt aktualisiert am: 27.08.2010
Seite drucken | Fenster schliessen