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Bundesamt für Sport BASPO
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Tagung des Arbeitskreises Sportökonomie

Der Sport ist weltweit ein nicht zu vernachlässigender Wirtschaftsfaktor und hat positive Effekte auf das Wohlbefinden der Bevölkerung. Er hat aber auch Schattenseiten. Diese wurden an der Tagung des Arbeitskreises Sportökonomie «Im Schatten der Sportwirtschaft» am Bundesamt für Sport BASPO in Magglingen betrachtet und erläutert.

08.05.2012 | Komm BASPO

Sportökonom Hippolyt Kempf

Es liegt in der Natur des Menschen, zu versuchen, sich dort Vorteile zu verschaffen, wo es etwas zu gewinnen respektive zu verdienen gibt. Dies gilt insbesondere auch für den Sport und dessen Umfeld. Doping, der Gebrauch von verbotenen Mitteln zur Leistungssteigerung, Spielmanipulationen, um sich beim Wetten Vorteile, das heisst mehr Gewinn zu verschaffen, oder Korruption sind Themen, die in der grossen Welt des Berufs- und sogar im Amateursport Einzug gehalten haben.

Der Arbeitskreis Sportökonomie zeigte an seiner Tagung auf, wie die Sportwirtschaft die positiven und negativen Effekte des Sports untersuchen und mitgestalten kann. Sportgrossanlässe hätten oft positive Auswirkungen auf eine Stadt, eine Region oder gar eine ganze Nation, sagte der Berner Tourismusprofessor Hansruedi Müller. «Sie können zur Lösung von Infrastrukturengpässen oder zur Dynamisierung von Sportarten führen.» So wurden für die Euro 2008 neue Stadien gebaut und die Fussballclubs erlebten beim Nachwuchs einen grösseren Zustrom.

9000 kranke Wettsüchtige in Deutschland

Der deutsche Volkswirtschafter und frühere Ruder-Achter-Olympiasieger Wolfgang Maennig zeigte die negativen Erscheinungen des Sports am Bespiel der Wetten und Spielmanipulationen auf. Die Sportwetten sind in Deutschland ein riesiger Markt mit 10 Mia. Euro Umsatz, «und damit volkswirtschaftlich wohlfahrtssteigernd», führte Maennig aus. Durch das Wetten zeige man die Freude am Spiel, so Maennig zu positiven Punkten. «Aber in Deutschland hat es 2011 auch 9000 Fälle von krankhaft Wettsüchtigen gegeben, die ambulant oder stationär behandelt wurden.»

Stark betroffen von der Wettmafia und Spielmanipulationen ist die FIFA. Marco Villiger, Direktor des Rechtsdienstes des Fussball-Weltverbands, schätzt den weltweiten Gesamtumsatz bei Sportwetten auf 350 Mia. US-Dollar, «davon sind rund 150 Mia. Dollar illegal.» Die FIFA hat sich des Problems seit 2005 mit einem «Early Warning System» angenommen. 12 festangestellte Mitarbeiter und zahlreiche Freelancer überwachen alle Spiele der FIFA, um allfälligen Unregelmässigkeiten auf die Spur zu kommen. «Wir sanktionieren Fehlverhalten und streben eine Nulltoleranz an», so Villiger. Er unterstrich aber auch: «Die FIFA benötigt die Unterstützung der nationalen und internationalen Behörden.»

Martial Saugy, der Leiter des Schweizer Dopinganalysenlabors in Lausanne, zeigte die Vorteile und Grenzen, des neuen biologischen Passes auf. Dieser sogenannte Blutpass ermöglicht zwar einerseits eine individuellere und damit wohl auch fairere Kontrolle der Athleten, «aber er ist auch sehr teuer», so Saugy. Immerhin sorgte der Blutpass für eine Verringerung der Blutmanipulationen im Radsport. «Aber EPO wird immer noch gebraucht, in Mikrodosen», sagte Saugy, der damit andeutete, dass es im Kampf gegen Doping weiterhin viel zu tun geben wird – auch wenn der Preis hoch ist. Aber um die Integrität und die Glaubwürdigkeit des Sports zu sichern, ist nicht nur der Kampf gegen Doping, sondern gegen alle Missstände im Sport nötig.

Staat muss helfen

 «Der Sport muss insgesamt noch seine Hausaufgaben machen», sagte Matthias Remund, der Direktor des Bundesamts für Sport BASPO, zur Problematik. Der internationale Sport habe das teilweise erkannt. So habe das Internationale Olympische Komitee Richtlinien, um gegen die Missstände im Sport vorzugehen. Der Sport brauche aber auch den Staat, um die Korruption zu verfolgen, so Remund. «Die Staaten müssen Normen schaffen, damit Straftäter verfolgt werden können.» So werde auch die Schweiz den Tatbestand des Sportbetrugs im Strafrecht aufnehmen müssen.

Dokumente

  • Programm

    Publiziert am: 09.05.2012 | Grösse: 548 Kb | Typ: PDF

  • Abstracts

    Publiziert am: 09.05.2012 | Grösse: 355 Kb | Typ: PDF

Für Medienanfragen:
Kommunikation BASPO

Christoph Lauener
Tel. 032 327 61 33


Kurt Henauer
Tel. 032 327 63 10

E-Mail info@baspo.admin.ch

 

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