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Der Kulturwandel im Schweizer Sport ist eingeleitet

Missbrauch und strukturelle Missstände sollen im Schweizer Sport der Vergangenheit angehören. Dieser Aufgabe nimmt sich das Projekt Ethik im Sport von Swiss Olympic und dem Bundesamt für Sport BASPO an. Am 2. Mai 2022 fand der erste Workshop statt. Die Anwesenden diskutierten, wie der Kulturwandel aussehen soll, dem sich der Sport verschrieben hat.

03.05.2022 | Swiss Olympic / BASPO

 

Der Schweizer Sport will einen Kulturwandel. Doch wie kann dieser Kulturwandel aussehen? Das Projekt «Ethik im Sport» unter der Leitung von Swiss Olympic und dem Bundesamt für Sport BASPO klärt in Zusammenarbeit mit zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern aus dem Sport die entsprechenden Fragen und will den Wandel einleiten und umsetzen. Am Montag, 2. Mai 2022 fand in Magglingen der erste Workshop im Rahmen des Projekts statt. Ziel war es, die Basis für den Kulturwandel zu legen und die künftige Arbeitsweise zu klären.

Ofebia Wettstein, Rechtsanwältin bei der Kanzlei Rudin Cantieni, welche die Missstände am Leistungszentrum des Schweizerischen Turnverbands STV in Magglingen untersucht hatte, stellte zum Auftakt des Anlasses die Ergebnisse der Untersuchung vom Herbst 2021 vor. Der Bericht war damals an einer Medienkonferenz in Bern präsentiert worden. Mit ihren Ausführungen unterstrich Wettstein, dass die aktuell verbreitete Spitzensportlogik ein Problem darstellen kann. «Diese kann dazu beitragen, dass Gewalt als notwendig betrachtet wird, um die sportlichen Ziele zu erreichen. Auf der anderen Seite können Schutzmassnahmen als leistungsmindernd wahrgenommen werden.» Das zeigten auch ähnliche Untersuchungen im Ausland.

Das Projekt Ethik im Sport will entsprechende Lösungs- und Verbesserungsvorschläge erarbeiten. «Wie soll der Sport, insbesondere der Leistungssport, in Zukunft aussehen? Diese Diskussion wollen wir in den kommenden Monaten führen und die entsprechenden Möglichkeiten aufzeigen», sagten Cornel Hollenstein, Vizedirektor von Swiss Olympic und Pierre-André Weber, Chef Jugend- und Erwachsenensport BASPO, die das Projekt Ethik im Sport gemeinsam leiten.

Topmanagerin Jeannine Pilloud, ehemals Konzernleitungsmitglied der SBB und CEO von Ascom, legte in ihrem Input den Blick auf die verhaltensökonomische Sicht, wie der Kulturwandel gelingen kann. «Es braucht das breite Bewusstsein, dass eine Verhaltensänderung nötig ist und auch die Bereitschaft, diese Verhaltensänderung einzuleiten. Dazu notwendig ist die entsprechende Ausbildung, die Kommunikation und je nachdem müssen für den Wandel auch Anreize geschaffen werden.»

Wie der Kulturwandel im Sport gelingen kann, stellten die Verantwortlichen anhand des Beispiels aus Schweden vor. Dort setzt sich der Sport schon länger damit auseinander, was den wertvollen Sport ausmacht. Schweden kann dem Sport in anderen Ländern damit als Vorbild dienen.

Im weiteren Verlauf des Workshops diskutierten die Teilnehmenden in zwei Arbeitsgruppen u.a. über die Faktoren, die für das Gelingen eines Kulturwandels verantwortlich sind und formulierten Teilziele und Ziele für die Roadmap des Projekts Ethik im Sport. Der nächste Workshop findet im September statt. Danach beginnt die zweite Phase des Projekts. In dieser wird Swiss Olympic im Auftrag des BASPO und mit Einbezug der Sportverbände die konkreten Massnahmen in den Bereichen der Good Governance, Fördersystemen, Einbezug von Erziehungsberechtigten u.a. konzipieren und umsetzen.

Dossier: Projekt «Ethik im Sport»


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