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Bund lagert Nachwuchsförderung an den privaten Sport aus

Bern, 22.03.2017 - Der Bund übergibt die Förderung des Nachwuchsleistungssports in der Schweiz wieder an Swiss Olympic und schlägt Anpassungen bei der J+S-Kaderbildung vor. Der Bundesrat eröffnet an seiner Sitzung vom 22. März 2017 die Vernehmlassung zu den entsprechenden Verordnungsanpassungen.

22.03.2017 | Christoph Lauener

In den letzten 15 Jahren hat der Bund den Nachwuchsleistungssport über das Förderprogramm Jugend+Sport unterstützt. Diese Aufgabe wird nun an Swiss Olympic, den Dachverband des Schweizer Sports, ausgelagert. Die Massnahme soll zu einer klaren Aufgabentrennung zwischen dem Bundesamt für Sport BASPO und Swiss Olympic beitragen. In Zukunft wird Swiss Olympic hauptsächlich für den Leistungssport aller Altersstufen in der Schweiz zuständig sein.

Die Anpassung gestaltet sich haushaltneutral: Für den Bund reduziert sich der Aufwand, und Swiss Olympic wird mittels Verbandssubventionierung bei der Weiterentwicklung und Durchführung der künftigen Nachwuchsförderung unterstützt. Im Weiteren will der Bundesrat sicherstellen, dass nur Jugendorganisationen mit Aufgaben der J+S-Kaderbildung betraut werden, welche die Voraussetzungen gemäss dem Kinder- und Jugendförderungsgesetz (KJFG) erfüllen. Das bedeutet, dass stark religiös geprägte Organisationen, bei denen die Glaubensvermittlung und nicht die Entwicklung des Jugendlichen im Zentrum steht, von der Unterstützung durch J+S auszuschliessen sind. Der Bundesrat folgt damit dem Bundesverwaltungsgericht, das diese Haltung letzthin mehrfach bestätigt hat.

Der Bundesrat eröffnet nun die Vernehmlassung zu den notwendigen Verordnungsanpassungen. Die Bestimmungen sollen auf 1. Januar 2018 in Kraft treten.