Magglinger Trainertagung 2018 - Das Coaching hat viele Facetten
Coaching. Alles eine Frage der Wirkung. So lautete das Thema der Magglinger Trainertagung 2018. Über 300 Trainerinnen und Trainer, Wissenschaftler und Experten aus dem In- und Ausland hörten und sahen aus Theorie und Praxis, was letztlich zum Erfolg führt.

Der seit über 16 Jahren im Coaching tätige und erfahrene Daniel Meier zeigte den Tagungsteilnehmenden in seinem Einstiegsreferat die Vielfalt des Coachings auf. In verschiedenen Referaten war auch das Coaching des Umfelds der Athleten ein Thema. «Im heutigen Spitzensport muss das Athletenumfeld gezielt nach den Bedürfnissen des Athleten ausgerichtet und organisiert sein», sagte der Zürcher Sportpsychologe Hans-Peter Gubelmann, der unter anderen auch den Vierfach-Skisprung-Olympiasieger Simon Ammann betreute
Lösungsorientiertes Coaching
Eines der jüngsten Coaching-Modelle ist das lösungsorientierte Coaching. In seinem Referat zeigte der Kölner Jörg Middendorf, der sich unter anderem mit Business-Coaching befasst, auf, was es dazu braucht, und was die Ziele sind. «Der Athlet brauche keinen Arzt, der eine Diagnose stelle», so Middendorf. Aber es gehe generell darum, Leute, die gut seien und wollen, noch besser zu machen, das sei lösungsorientiertes Coaching. Wie und wie viel man Athleten coachen muss, ist individuell verschieden. So sagte Jean-Pierre Egger, der frühere Coach des dreifachen Kugelstoss-Weltmeisters Werner Günthör, dass er auf selbstständige Athleten setz(t)e: «Wenn der Athlet etwas braucht, kommt er zum Coach»
Mit Glaube an sich Berge versetzen
Der Schweizer Eishockey-Nationalcoach Patrick Fischer sprach zur Leistungsoptimierung im Teamumfeld und berichtete auch über die verunglückte Olympia-Mission in PyeongChang mit dem Ausscheiden gegen den späteren Silbergewinner Deutschland in den Achtelfinals und dem Gewinn von WM-Silber der Schweiz drei Monate später in Kopenhagen. «Man muss das Umfeld kennen, sich für sie Spieler interessieren, auch für diejenigen, die es weniger gut haben», so Fischer, der das Team und auch die Verbandsführung trotz des Versagens in Südkorea immer noch hinter sich gehabt hatte. Dazu habe er auch die richtigen Spielertypen benötigt, die seinen Weg und den des Staffs mitgingen.
«Wenn man eine Mannschaft zusammenschweisst, kann man Berge versetzen», so Fischer, der auch viel mit Bildern arbeitet. So sind jene Spieler die wollen, immer mehr als 100 Prozent geben, Adler, die anderen, die Ausreden suchen oder jammern, sind Enten. Die Kommunikation mit den Athleten ist für ihn der «Hauptschlüssel». Er liebe es auch den Spielern Rollen zu geben, so dass es eine klare Rollenverteilung auf dem Feld und auch in der Garderobe gibt. Und ganz wichtig: «Man muss dem Staff und den Spielern Vertrauen schenken».
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