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DossierVeröffentlicht am 28. November 2023

«Olympische und Paralympische Winterspiele 2038» in der Schweiz

Zwei Mal wurden bislang in der Schweiz Olympische Winterspiele durchgeführt. Beide Male in St. Moritz: 1928 und 1948. Seither blieben Schweizer Kandidaturen ohne Erfolg. Dies soll sich mit einer Bewerbung für die Austragung Olympischer und Paralympischer Winterspiele 2038 in der Schweiz ändern. Ende November 2023 entschied das IOK, dass die Schweiz in den «Privileged Dialogue» für die Austragung der Spiele 2038 aufgenommen wird.

Übersicht

Das Internationale Olympische Komitee (IOK) mit Sitz in Lausanne will eine neue Ära in Sachen Olympische und Paralympische Spiele einläuten. Mit der «Agenda 2020+5» sowie neuen, angepassten Vergabe- und Durchführungskriterien («The New Norm») soll Schluss sein mit Gigantismus. Auf dieser neuen Basis baute das Konzept der neusten Schweizer Kandidatur auf: die Idee von neuartigen Olympischen und Paralympischen Spielen mit dezentralem Ansatz.

Statt einer Austragungsstadt (Host City) würde sich erstmals ein Land als Host Country bewerben. Die Spiele würden sich dem Austragungsort anpassen – nicht mehr umgekehrt – und sollen von Nachhaltigkeit, Inklusion und Demut geprägt sein.

Federführung beim Privatsport

Swiss Olympic, die Schweizer Wintersportverbände und das IOK sind im April 2023 in den Dialog getreten, um zu überprüfen, ob und wie solche Spiele in der Schweiz organisiert werden könnten. Eine Machbarkeitsstudie von Swiss Olympic hat im Herbst 2023 bestätigt: dezentrale, nachhaltige Spiele sind in der Schweiz machbar. Daraufhin wurde der Verein «Olympische und Paralympische Winterspiele 2038» gegründet, der im Auftrag von SOA als Organisationskomitee amtet.

Am 29. November 2023 hat das IOK entschieden, die Schweiz in den sogenannten «Privileged Dialogue» für eine Austragung von Olympischen und Paralympischen Winterspielen 2038 in der Schweiz aufzunehmen. Damit entfiel das Projekt «Switzerland 203x» als Option für die IOK-Doppelvergabe der Winterspiele 2030 und 2034.

Der Status «Privileged Dialogue» bedeutet, dass die Schweiz bis Ende 2027 Zeit hat, gewisse Themen zu vertiefen und ein ergänztes Dossier zu erarbeiten, ohne dass das IOC eine Konkurrenzkandidatur zulassen wird.

Das Kandidaturdossier OPWS 38

Am 12. Januar 2026 hat der von Swiss Olympic beauftragte Verein «Olympische und Paralympische Winterspiele 2038» das Dossier für die Kandidatur an einer Medienkonferenz präsentiert. Alle Informationen zum Dossier und dem Verein sind hier.

Die Rolle des Bundes

Der Bund wird das Projekt und die Organisatoren weiterhin begleiten und den Fokus insbesondere auf grundlegende Themen wie Nachhaltigkeit, Legacy und Sicherheit legen.

Im September 2024 erklärte der Bundesrat, dass er dem Projekt positiv gegenübersteht und hat an seiner Sitzung vom 27. September 2024 beschlossen, die Arbeiten mit einer interdepartementalen Arbeitsgruppe des Bundes zu begleiten. Zudem hat er das VBS beauftragt, einen Grundsatz- und Planungsbeschluss vorzubereiten, der unter anderem die Fragen zur Rolle und der finanziellen Beteiligung des Bundes klärt.

Frühere Kandidaturen: zwei Mal Olympia in St. Moritz

Die Schweiz hat in den Jahren 1928 und 1948 in St. Moritz Olympische Winterspiele durchgeführt. Seither wurden verschiedene Kandidaturen in Erwägung gezogen. Am 3. März 2013 hatte das Bündner Stimmvolk eine Kandidatur für die Winterspiele 2022 abgelehnt. Zu einer Kandidatur für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2026 haben die Bündner bei der Abstimmung vom 12. Februar 2017 erneut Nein gesagt. Damit blieb als einzige Schweizer Kandidatur «Sion 2026» übrig. Die Walliser Bevölkerung hat am 10. Juni 2018 die entsprechende Vorlage abgelehnt. Damit war das Projekt «Sion 2026» vom Tisch.

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